Vereinsgründung

Ehrenamtliches Engagement braucht irgendeine Organisationsform. Für viele einfache Zwecke reicht eine einzelne Person oder eine locker organisierte Gruppe oder Initiative. Wenn aber die Ziele weiter gesteckt und vor allem die beabsichtigten Aktivitäten komplexer werden, empfiehlt sich die Vereinsform. Vereine werden vom Gesetzgeber bevorzugt behandelt, sie erhalten die Geschäftsfähigkeit und im Fall der Gemeinnützigkeit steuerliche Vorteile. Deshalb gibt es in Deutschland eine halbe Million Vereine - in Freiburg über 2000.

Was sollten Sie bei einer Vereinsgründung beachten?

  • Klären Sie die Ziele, die Ihr Verein erreichen und die konkreten Aufgaben, die er zur Erreichung dieser Ziele übernehmen will, und schreiben Sie das in einen klar gegliederten und verständlichen Text.
  • Lesen Sie die gesetzlichen Grundlagen: die entsprechenden Abschnitte aus dem BGB (keine Sorge, die sind noch recht verständlich gehalten) und weitere einführende Texte zu den Rechten und Pflichten von Vereinen, z.B. das Merkblatt des Vereinsregisters.
  • Formulieren Sie einen Satzungsentwurf: beschaffen Sie sich aus dem Internet eine Mustersatzung und arbeiten Sie auf dieser Grundlage.
  • Schreiben Sie nicht zuviel in die Satzung! Denn eine Satzungsänderung kostet Zeit und Geld, da Sie sie beim Vereinsregister eintragen lassen müssen. Alles, was sich immer mal wieder ändern kann, kommt in die Geschäftsordnung (z.B. Höhe von Mitgliedsbeiträgen). In der Satzung legen Sie fest, daß die Geschäftsordnung von der Mitgliederversammlung beschlossen wird.
  • Legen Sie keine Mindeststimmenzahl für die Beschlußfähigkeit von Mitgliederversammlungen fest, denn das verursacht Mehrarbeit, wenn auf einer Mitgliederversammlung mal nicht genug TeilnehmerInnen erscheinen.
  • Verwenden Sie bei der Regelung der Form der Einladung für die Mitgliederversammlung folgenden Satz: "Die Einladung kann schriftlich, per Email oder über die Mitgliederzeitung erfolgen". Damit halten Sie sich verschiedene Möglichkeiten offen. Insbesondere die immer häufigere Einladung per Email muß so in der Satzung abgesichert werden. Sogar eine Einladung "per Aushang" ist möglich, aber aus organisatorischen Gründen nicht empfehlenswert (nur als Ergänzung). Ergänzen Sie das um folgenden Satz: "Die Einladung erfolgt an die letzte dem Verein bekanntgegebene Adresse", das entlastet den Verein.
  • Legen Sie sich nicht darauf fest, daß Ihre Vorstandsmitglieder rein ehrenamtlich arbeiten, denn wenn das in der Satzung steht, ist ab dem 1.1.2011 sogar eine Vergütung im Rahmen des sog. "Ehrenamtsfreibetrags" (720 Euro pro Jahr steuerfrei) nicht möglich. Schreiben Sie "Eine Aufwandsentschädigung für die Vorstandsarbeit ist möglich" - damit steht Ihnen für die Zukunft frei, wie sie das handhaben möchten, und Sie müssen nicht gleich die Satzung ändern, wenn Sie den Vorstandsmitgliedern doch mal eine Aufwandsentschädigung zukommen lassen möchten.
  • Wenn Sie die Gemeinnützigkeit beantragen wollen: Besprechen Sie den Satzungsentwurf mit Ihrem Finanzamt. Die SachbearbeiterInnen dort beraten Sie gerne.
  • Besuchen Sie eine Fortbildung zum Vereinsrecht und stellen Sie dort alle noch offenen Fragen.
  • Vielleicht möchten Sie einen Ratgeber dazu lesen: den hier finde ich nicht schlecht (kurz, günstig, verständlich, systematisch). Sie müssen aber für Ratgeber kein Geld ausgeben: es gibt auch kostenlose Broschüren im Internet, z.B. von den Justizministerien des Bundes und der Länder.
  • Führen Sie die Gründungsversammlung durch, tragen Sie Ihren Verein beim Vereinsregister ein und beantragen Sie ggf. die Gemeinnützigkeit beim Finanzamt.
  • Mehr Informationen: Vereins-Wiki.
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