Tipps und Materialien
"Keines der großen Themen, mit denen sich die Politik gegenwärtig herumschlägt, kann mit Aussicht auf Erfolg angegangen werden, wenn es nicht gelingt, das soziale Kapital der Gesellschaft zu mobilisieren."
Im folgenden finden Sie einige Hinweise zu Fragen, die uns häufig gestellt werden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Für weiterführende Hinweise empfehlen wir den Wegweiser Bürgergesellschaft, eine ausgezeichnete Website mit vielen praktischen Tipps.
Warnfried Dettling
Vereinsgründung
Ehrenamtliches Engagement braucht irgendeine Organisationsform. Für viele einfache Zwecke reicht eine einzelne Person oder eine locker organisierte Gruppe oder Initiative. Wenn aber die Ziele weiter gesteckt und vor allem die beabsichtigten Aktivitäten komplexer werden, empfiehlt sich die Vereinsform. Vereine werden vom Gesetzgeber bevorzugt behandelt, sie erhalten die Geschäftsfähigkeit und unter Umständen steuerliche Vorteile. Deshalb gibt es in Deutschland viele Millionen Vereine.
Was sollten Sie bei einer Vereinsgründung beachten?
- Klären Sie die Ziele, die Ihr Verein erreichen und die konkreten Aufgaben, die er zur Erreichung dieser Ziele übernehmen will, und schreiben Sie das in einen klar gegliederten und verständlichen Text.
- Lesen Sie die gesetzlichen Grundlagen: die entsprechenden Abschnitte aus dem BGB (keine Sorge, die sind noch recht verständlich gehalten) und weitere einführende Texte zu den Rechten und Pflichten von Vereinen, z.B. das Merkblatt des Vereinsregisters.
- Formulieren Sie einen Satzungsentwurf: beschaffen Sie sich aus dem Internet eine Mustersatzung und arbeiten Sie auf dieser Grundlage.
- Schreiben Sie nicht zuviel in die Satzung! Denn eine Satzungsänderung kostet Zeit und Geld, da Sie sie beim Vereinsregister eintragen lassen müssen. Alles, was sich immer mal wieder ändern kann, kommt in die Geschäftsordnung (z.B. Höhe von Mitgliedsbeiträgen). In der Satzung legen Sie fest, daß die Geschäftsordnung von der Mitgliederversammlung beschlossen wird.
- Legen Sie keine Mindeststimmenzahl für die Beschlußfähigkeit von Mitgliederversammlungen fest, denn das verursacht Mehrarbeit, wenn auf einer Mitgliederversammlung mal nicht genug TeilnehmerInnen erscheinen.
- Verwenden Sie bei der Regelung der Form der Einladung für die Mitgliederversammlung folgenden Satz: "Die Einladung kann schriftlich, per Email oder über die Mitgliederzeitung erfolgen". Damit halten Sie sich verschiedene Möglichkeiten offen. Insbesondere die immer häufigere Einladung per Email muß so in der Satzung abgesichert werden. Sogar eine Einladung "per Aushang" ist möglich, aber aus organisatorischen Gründen nicht empfehlenswert (nur als Ergänzung). Ergänzen Sie das um folgenden Satz: "Die Einladung erfolgt an die letzte dem Verein bekanntgegebene Adresse", das entlastet den Verein.
- Legen Sie sich nicht darauf fest, daß Ihre Vorstandsmitglieder rein ehrenamtlich arbeiten, denn wenn das in der Satzung steht, ist ab dem 1.1.2011 sogar eine Vergütung im Rahmen des sog. "Ehrenamtsfreibetrags" (500 Euro pro Jahr steuerfrei) nicht möglich. Schreiben Sie "Eine Aufwandsentschädigung für die Vorstandsarbeit ist möglich" - damit steht Ihnen für die Zukunft frei, wie sie das handhaben möchten, und sie müssen nicht gleich die Satzung ändern, wenn Sie den Vorstandsmitgliedern doch mal eine Aufwandsentschädigung zukommen lassen möchten.
- Wenn Sie die Gemeinnützigkeit beantragen wollen: Besprechen Sie den Satzungsentwurf mit Ihrem Finanzamt. Die SachbearbeiterInnen dort beraten Sie gerne.
- Besuchen Sie eine Fortbildung zum Vereinsrecht und stellen Sie dort alle noch offenen Fragen.
- Vielleicht möchten Sie einen Ratgeber dazu lesen: den hier finde ich nicht schlecht (kurz, günstig, verständlich, systematisch). Sie müssen aber für Ratgeber kein Geld ausgeben: es gibt auch kostenlose Broschüren im Internet, z.B. von den Justizministerien des Bundes und der Länder.
- Führen Sie die Gründungsversammlung durch, tragen Sie Ihren Verein beim Vereinsregister ein und beantragen Sie ggf. die Gemeinnützigkeit beim Finanzamt.
Protokollführung
Wenn Mitgliederversammlungen Satzungen beschließen bzw. ändern oder Vorstandsmitglieder wählen, muß dies dem Vereinsregister gemeldet werden. Einer solchen Meldung muß ein Protokoll dieser Versammlung beiliegen, das bestimmten Kriterien genügen muß. Am besten gewöhnen Sie sich frühzeitig daran und gestalten von vorneherein alle Ihre Protokolle so, daß sie folgendes enthalten:
- Ort und Tag der Versammlung
- Name des Versammlungsleiters und des Protokollführers
- Zahl der erschienenen Mitglieder
- die Feststellung, dass bzw. ob die Versammlung satzungsgemäß einberufen wurde
- die Tagesordnung und die Angabe, dass bzw. ob sie bei der Einberufung mitgeteilt wurde
- die Feststellung der Beschlußfähigkeit der Versammlung (falls die Satzung dazu eine Bestimmung enthält)
- die gestellten Anträge, die gefassten Beschlüsse und die Ergebnisse von Wahlen
- dazu jeweils die Abstimmungsergebnisse ziffernmäßig genau (Stimmen pro/ contra/ Enthaltung)
- die Unterschrift derjenigen Personen, die nach der Satzung die Protokolle bzw. Beschlüsse der Mitgliederversammlung unterschreiben sollen (falls die Satzung dazu eine Bestimmung enthält)
Eintragung ins Vereinsregister
- Wer darf sich eintragen? Das Vereinsregister steht nur für Vereine mit ideellem Zweck offen (ob gemeinnützig oder nicht), die durch diese Eintragung ihre Rechtsfähigkeit erhalten (die ihnen bestimmte Vorteile bringt). Vereine mit wirtschaftlichem Zweck dürfen sich nicht ins Vereinsregister eintragen lassen.
- Wo? Das Vereinsregister ist beim Amtsgericht angesiedelt, in der Außenstelle Registergericht, Bismarckallee 2, 79098 Freiburg, Tel.: 0761/ 205-1916 (Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-12 Uhr). Vereine mit wirtschaftlichem Zweck wenden sich ans Regierungspräsidium.
- Wie? Für den Erst-Eintrag und spätere Änderungsmeldungen gibt es auf der Website des Amtsgerichts die Formulare und ein Merkblatt. Wenn Sie die Änderungen durch mehrere Mitgliederversammlungen anmelden, gilt: Für jede Mitgliederversammlung brauchen Sie ein neues Formular. Man kann die ausgefüllten und beglaubigten Meldeformulare dem Registergericht per Post zusenden, besser ist es jedoch, sie persönlich vorbeizubringen, weil man dann gleich erfährt, ob man vielleicht etwas Wichtiges vergessen hat. Einige Zeit später erhält man mit der Post die sog. "Eintragungsnachricht" und wiederum später die Rechnung für die Eintragungsgebühr. Falls Sie einen aktuellen Vereinsregisterauszug brauchen, können Sie den gleich bei der Eintragung anfordern.
- Beilagen: Änderungen des Vorstands und der Satzung, die man dem Registergericht meldet, müssen durch ein Protokoll der Mitgliederversammlung nachgewiesen werden, auf der diese Änderungen beschlossen wurden. Diese Protokolle müssen bestimmten formalen Vorschriften genügen (s.o.) und vom Protokollanten unterschrieben sein. Bei Satzungsänderungen muß auch die neue Satzung beigelegt werden.
- Unterschrift: Unterschreiben muß diese Meldungen ein Vorstandsmitglied (oder mehrere, je nachdem, was die Satzung zur Vertretungsberechtigung vorschreibt); es darf auch ein gerade neu gewähltes Vorstandsmitglied sein. Lieber einmal mehr in die Satzung schauen: wenn irrtümlich ein Vorstandsmitglied zu wenig unterschreibt, muß man das nachholen und hat dadurch mehr Aufwand.
- Beglaubigung: Diese Unterschrift auf dem Meldeformular muß beglaubigt werden, entweder von einem Notar (in Freiburg die einzige Möglichkeit) oder von einem Grundbuchratsschreiber (gibt es in kleinen Gemeinden). Es gibt private und staatliche Notare. In Freiburg gibt es staatliche Notare z.B. am Fahnenbergplatz 4, Tel. 0761/ 2115-0, Öffnungszeiten Mo-Fr 8.30-12.15 Uhr (5 Min. Fußweg vom Registergericht). Zur Beglaubigung müssen die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder gültige Ausweispapiere mitbringen. Ausweiskopien der anderen Vorstandsmitglieder sind nicht notwendig. Vom beglaubigten Meldeformular erhalten Sie eine Kopie. Das Original reichen Sie beim Vereinsregister ein.
- Gebühren der Beglaubigung: Die Beglaubigung kostet für gemeinnützige Vereine nichts (Bescheinigung mitbringen), nicht-gemeinnützige Vereine müssen eine Gebühr bezahlen (abhängig von der Gebührenordnung für Notare). Deshalb übernehmen (nach einer Auskunft) private Notare die Beglaubigung für gemeinnützige Vereine nicht.
- Gebühren des Vereinsregister-Eintrages: Die Eintragung ins Vereinsregister ist für gemeinnützige Vereine kostenlos (Bescheinigung mitbringen), nicht-gemeinnützige Vereine müssen beim Amtsgericht derzeit (10/2010) 26 Euro zahlen.
- Auskunft aus dem Vereinsregister: Einsicht ins Vereinsregister ist allen BürgerInnen kostenlos möglich. Einen vom Registergericht erstellten Vereinsregisterauszug Ihres Vereins (z.B. zur Vorlage bei der Bank) können Sie jederzeit erhalten (beglaubigt oder unbeglaubigt), der kostet jedoch eine kleine Gebühr. Näheres erfahren Sie hier.
Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche
Inwiefern Ehrenamtliche eine Vergütung erhalten können oder sollen, ist Gegenstand intensiver Debatten. Klar ist: problemlos ist die Erstattung von Sachkosten (gegen Belege oder pauschal) wie z.B. Fahrtkosten oder Telefonkosten. Alles, was eine Vergütung von Arbeitszeit darstellt, überschreitet dagegen eine Grenze. Ehrenamt verwandelt sich dabei tendenziell in geringfügige Beschäftigung (Minijobs) und beginnt, seine wichtigen Besonderheiten wie Freiwilligkeit und Selbstbestimmung zu verlieren.
Durch Bundesgesetze wird das bis zu einem gewissen Grad begünstigt: Zahlungen bis zu 2100 Euro jährlich sind für sog. "Übungsleiter" steuerfrei (Tätigkeiten mit pädagogischem Gehalt), 500 Euro jährlich sind im Rahmen des sog. "Ehrenamtsfreibetrag" für Tätigkeiten mit nicht-pädagogischem Gehalt steuerfrei. Beide Arten von Zahlungen können kombiniert werden, wenn vorher eine klare Vereinbarung getroffen wurde, welcher Betrag wofür vorgesehen wird, und wenn die Tätigkeiten klar abgegrenzt werden können. Näheres erfahren Sie bei Ihrem Finanzamt oder ihrem Steuerberater - oder bei der entsprechenden Fortbildung.
Versicherungsschutz für Ehrenamtliche
Die zwei wichtigsten Versicherungen für Vereine sind
- die Unfallversicherung für Ehrenamtliche (z.B. über die Berufsgenossenschaften)
- die Vereinshaftpflichtversicherung
Einen Überblick über Risiken und den möglichen Versicherungsschutz für Ehrenamtliche finden Sie in diesem Artikel.
Speziell über Haftpflicht- und Unfallversicherung informiert eine Broschüre der Sparkassen.
Es gibt eine Sammelversicherung für Ehrenamtliche, die das Land Baden-Württemberg abgeschlossen hat (wie auch andere Bundesländer). Sie umfaßt eine Haftpflichtversicherung (die allerdings nicht für Ehrenamtliche in Vereinen gilt, nur für Initiativen/ Gruppen) und eine Unfallversicherung (die auch für Vereine gilt).
Auch Vereine haben die gesetzliche Pflicht, ihre kostenwirksamen Aktivitäten in einer Buchhaltung zu dokumentieren und darüber gegenüber dem Finanzamt Rechenschaft zu geben. Allerdings sind die Ansprüche daran geringer als bei Unternehmen.
Die wichtigste Information ist, daß Vereine ihre Tätigkeiten in vier Bereiche sortieren müssen (sofern vorhanden), die bei gemeinnützigen Vereinen in unterschiedlichem Maß steuerbegünstigt sind.
- Ideeller Bereich (Tätigkeiten, die unmittelbar dem Vereinszweck dienen)
- Vermögensverwaltung
- Zweckbetrieb
- Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
Wichtig ist auch, welche Methode der Buchhaltung Sie wählen:
- Erfassung auf Papier (Kassenbuch/ Buchhaltungsjournal)
- Erfassung mit einer Tabellenkalkulations-Software (z.B. Excel)
- Erfassung mit spezieller Vereinsbuchhaltungs-Software
- Erfassung mit professioneller Buchhaltungs-Software
Meine Empfehlung ist, auf keinen Fall eine der ersten beiden Varianten zu wählen. Es gibt inzwischen Buchhaltungs-Software, die relativ komfortabel in der Bedienung ist. Achten Sie auf den Leistungsumfang, den Sie brauchen, und darauf, ob die Software schon einige Jahre auf dem Markt ist und Support und auch Updates angeboten werden. Konsultieren Sie Warentests, allerdings sind die im Internet inmitten der vielen nutzlosen Werbeseiten nicht einfach zu finden. Die professionelle Gestaltung einer Software ist ein gewisser Hinweis, aber leider keine Garantie für ein tatsächlich gutes Funktionieren, wie eine unserer Nutzergruppen leidvoll erfahren mußte. Wir im Treffpunkt Freiburg selbst arbeiten seit einigen Jahren mit dem Programm Quicken und sind damit recht zufrieden.
Luft und Liebe sind unverzichtbar, reichen aber auch für ehrenamtliche Projekte nicht aus. Die Kunst, für die eigenen Projekte das notwendige Geld aufzutreiben, wird auf neudeutsch "Fundraising" genannt - "Mittelbeschaffung" tut's auch oder besser.
Im Internet finden Sie einige gute Informationen/ Broschüren darüber; konsultieren Sie eine Suchmaschine.
Der erste Schritt ist jedenfalls der gleiche wie bei der Vereinsgründung: verschaffen Sie sich Klarheit über Ihre Ziele und über die konkreten Aktivitäten, die sie dafür unternehmen wollen. Formulieren Sie das in einem klar gegliederten und verständlichen Text.
Der zweite Schritt: rechnen Sie durch, was diese Aktivitäten Sie kosten werden. Was wird ehrenamtlich erledigt, durch Zeit-, Geld- und Sachspenden aus dem Kreis Ihrer Aktiven? Welche Personalkosten, Sachkosten und ggf. Honorarkosten fallen darüber hinaus an?
Der dritte Schritt ist, zu überlegen, welche möglichen Geldgeber in Frage kommen. Wer könnte diese Ziele unterstützen wollen? Recherchieren Sie das und listen Sie alle Möglichkeiten auf. Beispielsweise kommen öffentliche Förderprogramme, Stiftungen, Sponsoren oder Spender in Frage.
Der vierte Schritt: Wählen Sie aus. Überlegen Sie, wie diese möglichen Geldgeber anzusprechen sind. Es gibt Förder-Voraussetzungen. Informieren Sie sich darüber. Anträge schreiben und Leute ansprechen kostet Zeit. Entscheiden Sie, was davon Sie leisten können und wollen. Manches wird vielleicht leichter fallen, weil schon persönliche Kontakte vorhanden sind.
Der fünfte Schritt: Berichten Sie. Egal, ob der Geldgeber es ausdrücklich verlangt oder nicht - berichten Sie, was Sie mit dem Geld angefangen haben. Und wenn es nur mit einem Foto und einigen Zeilen ist.
Für mehr Informationen schauen Sie sich auf bürgergesellschaft.de um, oder kommen Sie zu einer unserer Fortbildungen.
Allgemeine Finanzierungsmöglichkeiten
- Übersicht über öffentliche Förderprogramme (Bund, Länder, EU)
- Tipps vom Landesportal Ehrenamt
- Übersicht über EU-Förderprogramme
- Hintergrundinfos für EU-Förderungen
- Übersicht über deutsche Stiftungen
- Übersicht über Stiftungen im Regierungsbezirk Freiburg
- Das Landesförderprogramm "Mittendrin" (2012 gestartet) - Pressemitteilung, Details
- Um Sponsoren zu finden, empfiehlt sich z.B. die regelmäßige Lektüre Ihrer Tageszeitung; noch besser sind persönliche Kontakte
- Crowdfunding ist ein Finanzierungsweg, der an Bedeutung gewonnen hat
Einige Finanzierungsmöglichkeiten in Freiburg
- Projekte-Fonds Freiburg
- Selbsthilfeförderung der Krankenkassen
- Projektförderung des städtischen Agenda 21-Büros
- Jugendförderung durch den Stadtjugendring
- Kulturförderung durch das städtische Kulturamt
- Sportförderung durch das städtische Sportreferat
- Förderung von Migrantenorganisationen durch das städtische Migrationsbüro
- Förderung von Jugendarbeit im Umweltschutz durch das städtische Umweltschutzamt
Öffentlichkeitsarbeit mit Faltblättern
Faltblätter, neudeutsch auch "Flyer" genannt, sind eine relativ unaufwendige, kostengünstige und recht wirksame Form, die eigenen Anliegen und Aktivitäten vorzustellen. Einige Dinge sind dabei zu beachten:
Öffentlichkeitsarbeit im Internet
Sie können das Internet verschieden intensiv nutzen. Die einfachste Form ist es, auf den Seiten anderer den eigenen Verein/ Gruppe vorzustellen und Ihre Termine anzukündigen. In Freiburg bieten sich dazu z.B. an:
- Badische Zeitung: Vereinsportal für Vorstellung und Termine
- Kulturforum Freiburg: Termine
Darüber hinaus ist ein eigener Internetauftritt sehr zu empfehlen, denn der Anteil an Haushalten mit Internetzugang wächst ständig. Die Grundfragen dabei sind: was wollen Sie mit ihrem Internetauftritt erreichen, was für Möglichkeiten gibt es dazu und wie gestaltet man ihn am besten? Über die Schritte hin zu einem eigenen Internetauftritt informiert sie der Wegweiser Bürgergesellschaft. Diese Informationen finden Sie auch in einer Broschüre.
Für Ihren Internetauftritt sollten Sie die moderne Art wählen und mit einem sog. Content Management System (CMS) arbeiten. Diese enorm praktischen Systeme erleichtern ihren Benutzern die Arbeit sehr: wenn sie einmal eingerichtet sind, müssen Sie nicht viel mehr können als die Bedienung einer Textverarbeitung (z.B. Word), um selbständig Ihre Internetseiten aktualisieren und neue Seiten hinzufügen zu können. Die Abhängigkeit von EDV-Fachleuten wird drastisch gesenkt, Sie sind viel flexibler, schneller und fahren damit letztlich auch kostengünstiger. Über CMS können Sie sich bei einer unserer Fortbildungen informieren. Übrigens: diese Website des Treffpunkt Freiburg ist mit dem leistungsfähigen Open-Source-CMS Drupal erstellt - und wir genießen die Flexibilität dieser Software fast jeden Tag.
Mit kurzen eigenen Filmen kann man im Internet unter Umständen sehr effektiv für das eigene Anliegen werben. Hängt natürlich davon ab, wie gut sie gemacht sind. Im Folgenden ein herausragendes Beispiel für die hohe Schule des Visualisierens: 200 Jahre in 4 Minuten. Und das preisgekrönte Meatrix (verständlich v.a. für die, die den Film "Matrix" kennen). Diese Beispiele sind natürlich teuer und sollen hier nur als Anregung dienen. Es gibt daneben auch sehr preisgünstige Möglichkeiten, die eigenen Aktivitäten ins Bild zu setzen: Don't Get Caught in a Bad Hotel.
Öffentlichkeitsarbeit und Soziale Milieus
"Alle Bürger ansprechen" - das ist leichter gesagt als getan. "Den" Bürger gibt es nämlich nicht. Wir unterscheiden uns nicht nur nach Einkommen, Bildung und Status, sondern auch nach Werten und Lebenstilen. Das heißt auch: nach Kommunikationsprofilen. Wußten Sie, daß man nur 3 der 10 sozialen Milieus durch Tageszeitungen erreichen kann? Der moderne Ansatz, Gesellschaften nach Sozialen Milieus zu betrachten, ist in der Marktforschung seit Jahrzehnten bewährt. Verschiedene ForscherInnen arbeiten daran, dieses KnowHow auch für den zivilgesellschaftlichen Bereich nutzbar zu machen; es gibt sehr interessante Studien zum Thema "Soziales Milieu und Engagement".
Im folgenden einige Materialien aus einer Treffpunkt-Fortbildung, zu der wir Dozentinnen des Ecolog-Instituts Hannover eingeladen hatten:
- Soziale Milieus in der Öffentlichkeitsarbeit
- Kurze Charakterisierung der Sozialen Milieus
- Kommunikationsprofile der Sozialen Milieus
Weitere interessante Materialien des Ecolog-Instituts kann man hier downloaden.
Über das Thema "Soziale Milieus und Kirche" wurde viel geforscht:
- einen Überblick bietet diese sehr informative Seite: http://www.milieus-kirche.de/
- ein Ansprechpartner in Freiburg ist Prof. Dr. Michael Ebertz, Prorektor der Katholischen Hochschule
Mit verwandten Milieuansätzen arbeiten in Freiburg
- Prof. Dr. Baldo Blinkert, Universität Freiburg, Institut für Soziologie
- Prof. Dr. Thomas Klie, Evangelische Hochschule Freiburg, Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung
Drei einführende, leichtverständliche Artikel zum Thema Soziale Milieus finden Sie hier.
Die "Erfinder" des modernen Milieu-Ansatzes in der Marktforschung:
- Sinus-Institut, Heidelberg
- SIGMA-Institut, Mannheim
Computertipps für EinsteigerInnen
Die folgenden Artikel von Peter Goerlipp erschienen 2006 bis 2008 in der Zeitschrift "planet50plus". Wir stellen sie Ihnen mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Promo-Verlags zur Verfügung:
- Windows-Grundlagen
- Word-Grundlagen
- Dateien verwalten
- Google-Recherche
- Zeitmanagement mit Outlook
- Defragmentierung
- Datenträgerbereinigung
- PC-Kauf
- Datensuche
- Datensicherung
Daten im Team bearbeiten: alle Vereine kennen das - das vorletzte Vorstandsprotokoll, wo ist das nochmal? Und der Entwurf der nächsten Vereinszeitung, den hat doch die Redakteurin vor 3 Wochen an alle gemailt? Machen Sie sich das digitale Leben einfacher: legen Sie einen Ordner auf Ihrem PC an, dessen Inhalt auch alle anderen Vorstandsmitglieder auf ihrem PC haben. Die kostenlose Software Dropbox machts möglich - alle für die Vereinsarbeit notwendigen Daten wie Vorstandsprotokolle, Vereinszeitung, Briefentwürfe usw. übersichtlich sortiert vorhanden und für alle Team-Mitglieder zugänglich.
Email-Tipps: immer wieder hören wir von Nutzergruppen, die auf Stolpersteine in der Arbeit mit Emails stoßen. Und allgemein wurden in der letzten Zeit viele Accounts bei kostenlosen Email-Anbietern "gehackt" (gmx, yahoo etc.). Dabei verlieren die Benutzer teils ihre gespeicherten Emails und Mailadressen. Unsere Email-Tipps geben Hinweise, wie man effektiv und sicherer mit Emails arbeiten kann.
Auch Vereine müssen gewisse Regeln beim Umgang mit den Daten ihrer Mitglieder beachten. Das Innenministerium Baden-Württemberg hat dazu ein "Merkblatt" herausgegeben, das leider angesichts seines Umfangs als "Merkbuch" bezeichnet werden muß.
Wo Menschen zusammenwirken, gibt es unvermeidlich kleinere oder größere Konflikte. Auch "im Ehrenamt". Wer mit diesen Konflikten konstruktiv umgehen kann, mobilisiert Energie, die zur Erreichung der eigenen Ziele dienen kann. Eine unserer Nutzergruppen, der KoKo e.V., bietet ehrenamtliche Mediation an - für Nachbarschaften und Stadtteile, aber auch für Vereine und Gruppen. Auch über hauptamtliche MediatorInnen findet sich im Internet eine Übersicht. Darüber hinaus bietet der Treffpunkt Freiburg in jedem Halbjahresprogramm auch Fortbildungen zum konstruktiven Umgang mit Konflikten an. Wer tiefer einsteigen möchte, findet vielleicht eine Supervision nützlich.
Vorstandsarbeit und Vereinsführung
Viele Vereine machen sich Gedanken darüber, wie sie ihre Arbeit effizienter und erfolgreicher gestalten und neue Vorstandsmitglieder gewinnen können.
Wo BürgerInnen ernsthaft beteiligt werden, engagieren sie sich auch mehr. BürgerInnen wollen ernstgenommen werden und mitentscheiden können. Deshalb ist Bürgerbeteiligung eine Aufgabe in der Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Was ist für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung zu bedenken?
- Ihre Vorteile: gut gemachte Bürgerbeteiligung bewirkt, daß Entscheidungen mit mehr Wissen fallen, zu besseren Ergebnissen führen und mehr Akzeptanz finden. BürgerInnen können ihr Alltagswissen einbringen und erhalten mehr Einfluß auf ihre Umgebung, ihre Straße, ihren Stadtteil, ihre Stadt. BürgerInnen setzen sich mit anderen Positionen auseinander, "St.-Florian"-Haltungen werden abgebaut zugunsten einer stärkeren Orientierung am Gemeinwohl. Entscheidung und Umsetzung von Projekten können beschleunigt werden. Die Parteien- und Politikverdrossenheit wird verringert, die Arbeit von Verwaltung und Kommunalpolitik findet mehr Anerkennung, Parteien stärken ihren Kontakt zu den BürgerInnen und finden leichter Nachwuchs, die Wahlbeteiligung gerade der jüngeren Generation steigt an.
- Ihre Anforderungen: ein durchdachtes Partizipationsmanagement mit geeigneter Information und Öffentlichkeitsarbeit, angemessenen Beteiligungsformen, Planung der Verfahren bereits mit BürgerInnen, intelligenter Verzahnung von Beteiligungsverfahren und Gemeinderat sowie angemessener Rechenschaftslegung gegenüber den beteiligten BürgerInnen.
Die dialogorientierten Formen der Bürgerbeteiligung, die sich seit den 1970er Jahren verbreiten, werden auch als Formen der kooperativen Demokratie bezeichnet, im Unterschied und als Ergänzung zur repräsentativen und zur direkten Demokratie. Während bei der repräsentativen Demokratie VertreterInnen gewählt werden, die die Entscheidungen treffen, und bei der direkten Demokratie die BürgerInnen selbst die Entscheidungen treffen, beschreitet die kooperative Demokratie einen Mittelweg: hier treten Verwaltung, Politik und Bürgerschaft (Zivilgesellschaft) bereits in der langen Phase der Entscheidungsvorbereitung in einen Dialog ein, wobei nach wie vor letztlich das Kommunalparlament entscheidet. In der Politikwissenschaft werden die Stärken und Grenzen dieser drei Säulen der Demokratie diskutiert - ihre intelligente Verzahnung ist eine noch lange nicht gelöste Frage.
Weitere Informationen:
- Formen der Bürgerbeteiligung
- Modelle und Methoden der Bürgerbeteiligung
- Zukunft der Bürgerbeteiligung
- Kooperative Demokratie
- Beteiligungshaushalt
- Netzwerk Bürgerbeteiligung: Gründungsaufruf, Website
- Handbuch Bürgerbeteiligung (Bundeszentrale für politische Bildung)
- Materialsammlung der Landeszentralen für politische Bildung
- Bürgerbeteiligung in Freiburg
- Kommunale Leitlinien zur Bürgerbeteiligung in Heidelberg, Bürgerwerkstatt dazu im Mai 2012
- Beteiligungsportal des Landes Baden-Württemberg
- Bürgerbeteiligung global: Change.org
Eine lokale "Agenda 21" ist ein "Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert". Abgeleitet ist der Name vom Schlußdokument der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992, der Agenda 21. Dort vereinbarten 176 Unterzeichnerländer ein Paket von Maßnahmen, das weltweit auf eine "nachhaltige Entwicklung" hinwirken sollte. Darin wurden auch die Kommunen der Unterzeichnerländer aufgerufen, auf ihrer Ebene ein ebensolches Maßnahmenprogramm zu erarbeiten und umzusetzen, um die gesamte Kommune am Nachhaltigkeitsziel auszurichten. Dies soll gemeinsam mit den BürgerInnen und der Wirtschaft geschehen; ein lokaler Agenda 21-Prozeß (auch: lokaler Nachhaltigkeitsprozeß) ist also ein kooperativdemokratisches Verfahren. In Freiburg gibt es seit 1996 mehrere Beschlüsse des Gemeinderates, eine solche lokale Agenda 21 zu erarbeiten.
In den Worten der Müllheimer Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich: "Wir müssen jetzt unser Gemeinwesen so gestalten, dass unsere Nachfahren so gut leben können wie wir heute auch. Und das Ganze eben nicht so, dass da ein paar Leute in ihrem Elfenbeinturm sitzen und sich irgendwelche tollen Dinge ausdenken, sondern dass alle ihr Know-how, Wissen und Fähigkeiten bündeln und es gemeinsam schaffen." (In: Der Sonntag im Markgräflerland, 6.11.2011, S. 2)
- Grundlagen zur lokalen Agenda 21
- Agenda 21-Büro der Stadt Freiburg
- Nachhaltigkeitsmanagement/ Nachhaltigkeitsrat der Stadt Freiburg
- Wo steht der Freiburger Agenda 21-Prozeß/ Nachhaltigkeitsprozeß 2013?
- Ein offizielles Ergebnis des Freiburger Agenda 21-Prozesses: die Nachhaltigkeitsziele für Freiburg, 2009 beschlossen vom Gemeinderat
- Agenda 21-Büro des Landes Baden-Württemberg
- Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung
- EU-Strategie zur nachhaltigen Entwicklung
- Kampagne europäischer nachhaltiger Städte und Gemeinden
- UNO-Abteilung für nachhaltige Entwicklung
Über bürgerschaftliches Engagement in Deutschland informiert eine großangelegte wissenschaftliche Untersuchung, die alle 5 Jahre durchgeführt wird: der sog. "Freiwilligensurvey" (bisher 1999, 2004 und 2009). Auftraggeber ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Einige wichtige Ergebnisse:
- Engagementquote: Über ein Drittel (36%) der Bevölkerung ab 14 Jahren engagiert sich ehrenamtlich, das sind über 23 Millionen Menschen. In Baden-Württemberg sind es 42%.
- Engagementpotential: Etwa ein weiteres Drittel würde sich engagieren, wenn die Bedingungen stimmen.
- Engagementmotive: Diese Motive und die Erwartungen ans Ehrenamt haben sich gewandelt. Man spricht vom "Wertewandel" oder vom "Strukturwandel im Ehrenamt". Menschen wollen sich nicht mehr so lange auf ein Engagement festlegen (projektorientierte Engagementformen nehmen zu), sich nicht mehr so wie früher unterordnen (immer mehr Selbstbestimmung im Engagement wird gefordert, informellere Organisationsformen wie Initiativen nehmen zu) und es muß ein imaterieller Nutzen spürbar sein (zunehmend wird die Möglichkeit zur Selbstentfaltung im Engagement erwartet, es muß Spaß machen und die BürgerInnen möchten etwas dazu- und neue Leute kennenlernen).
Wer mehr wissen möchte:
- Kurz-Zusammenfassung des dritten Freiwilligensurvey (8 Seiten)
- Link zur Zusammenfassung (43 S.) und zur Langfassung
Freiwilligendienste sind eine spezielle Form des Engagements: generell stärker geregelt und von vorneherein auf bestimmte Fristen begrenzt. Im folgenden eine Übersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
- Wikipedia-Artikel "Freiwilligendienst"
- Beratungsstelle für Freiwilligendienste im Ausland: Katholisches Jugendbüro Freiburg
Bundesweite Freiwilligendienste
- Bundesfreiwilligendienst (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) - Nachfolger des Zivildienstes im Inland
- Freiwilligendienst aller Generationen (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
- Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) (Bundesarbeitskreis FSJ)
- Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) (Bundesarbeitskreis FÖJ)
Internationale Freiwilligendienste
- Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD) (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) - Nachfolger des Zivildienstes im Ausland
- Anderer Dienst im Ausland (ADiA) (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
- FSJ im Ausland
- Europäischer Freiwilligendienst (EFD) (EU-Kommission); Deutsche Agentur für das EU-Programm Jugend in Europa
- Kulturweit (Auswärtiges Amt)
- Weltwärts (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
- Weltkirchlicher Friedensdienst (Bund der Deutschen Katholischen Jugend)
- Christlicher Friedensdienst (Youth Action for Peace Deutschland/ Christlicher Friedensdienst e.V.)
- Brücken der Menschlichkeit (Initiative Christen für Europa e.V.)
- Community Service Programme (CSP) (ASF Interkulturelle Begegnungen e.V.)
- Internationaler Freiwilligendienst/ International Voluntary Service (IVS)
- Internationale Freiwilligendienste für Menschen ab 30 (Arbeitskreis Lernen und Helfen in Übersee e.V.) - Eine Übersicht über Anbieter solcher Dienste
- Freiwilligendienst-im-Ausland.de - Eine Übersicht über solche Dienste
- Praktikawelten.de (Praktikawelten GmbH)
- Projects Abroad (Projects Abroad Ltd.)
- Travelworks (Travel Plus Group GmbH)
- Volunteering Weltweit (InterSwop Auslandsaufenthalte Sprach- und Bildungsreisen GmbH)
- Students go abroad (DMF Media GmbH)
Wer als Verein, Verband oder Behörde erfolgreich mit Freiwilligen arbeiten möchte, muß sich auf die "neuen Freiwilligen" bzw. den o.g. Strukturwandel im Ehrenamt einstellen. Deshalb gibt es analog zum klassischen Personalmanagement für Hauptamtliche seit den 1990er Jahren ein ausdrücklich so verstandenes Freiwilligenmanagement, zunächst vor allem in den großen Wohlfahrtsverbänden. Die Aufgabe: Ehrenamtliche zu gewinnen und zu begleiten. Mit Information, Anerkennung, Beteiligung und mehr. Zunehmend gibt es in Verbänden und Behörden MitarbeiterInnen, die innerhalb und für ihre Organisation für die Gewinnung und Begleitung der Ehrenamtlichen zuständig sind: FreiwilligenmanagerInnen. Seit einigen Jahren gibt es auch Zusatzausbildungen für diese Aufgabe.
Ein Positionspapier der Akademie für Ehrenamtlichkeit und der Berliner Landesfreiwilligenagentur umreißt die für ein erfolgreiches Freiwilligenmanagement notwendigen Rahmenbedingungen.
Eine Grafik und ein Text von Prof. Dr. Paul-Stefan Roß (Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart) skizzieren die Aufgaben des Freiwilligenmanagements.
Die Website Freiwilligenmanagement.de informiert rund um dieses Thema.
Ein Teil von gutem Freiwilligenmanagement ist eine ernstgemeinte und gut gemachte Anerkennung/ Würdigung des ehrenamtlichen Engagements. Dies kann beispielsweise durch eine Bescheinigung des Engagements erfolgen. Eine Möglichkeit hierzu ist der baden-württembergische Engagementnachweis.
In Freiburg können sich Vereine und Einrichtungen von der Freiburger Freiwilligen-Agentur zum Freiwilligenmanagement beraten lassen.
Vor allem in Kommunen, aber auch auf Landes- und Bundesebene gibt es ebenfalls seit den 1990er Jahren die eigenständige Aufgabe, freiwilliges, ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement zu fördern - über die klassische Vereinsförderung hinaus. Der Hintergrund: die Globalisierung und der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft verändern auch das Ehrenamt. Arbeitswelt und Lebensstile haben sich sehr geändert. Ehrenamtliches Engagement ist notwendiger als früher, aber auch voraussetzungsvoller als früher. In Politik und Verwaltung breitet sich die Erkenntnis aus, daß diese Voraussetzungen gezielt geschaffen werden können, und daß sich Investitionen in die Engagementförderung lohnen - weil ohne einen Beitrag des freiwilligen Engagements die drängenden sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragen nicht zu lösen sind. Kommunale Engagementförderung arbeitet träger- und organisationsübergreifend, Freiwilligenmanagement dagegen organisationsintern - beide sind eng verwandt, haben ähnliche Aufgaben, aber verschiedene Rollen.
Was ist Engagementförderung? Ein Text (14. S.) des Treffpunkt Freiburg beschreibt die Aufgaben der Engagementförderung.
Die Nationale Engagementstrategie der Bundesregierung, am 6. Oktober 2010 verabschiedet, listet für alle Politikbereiche (und Bundesministerien) auf, wie die Bundesregierung das bürgerschaftliche Engagement fördert bzw. künftig fördern will. Eine Zusammenfassung bietet diese Pressemitteilung des BMFSFJ.
Die Baden-Württembergische Engagementstrategie: deren Erarbeitung begann Anfang 2013, ein Kabinettsbeschluß soll Ende 2013 vorliegen. Hier finden Sie hilfreiche Vorüberlegungen dazu.
"Ohne Bürgerengagement wird die Transformation nicht gelingen" - Interview mit Prof. Dr. Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und stellvertretender Vorsitzender des WBGU
Bürgermentorat: BürgermentorInnen sind von der Idee her BürgerInnen, die ehrenamtlich Engagementförderung betreiben, also andere BürgerInnen in deren ehrenamtlichen Engagement unterstützen. Dabei bestimmen die BürgermentorInnen das Ausmaß ihrer Tätigkeit selbst: bezüglich der Aufgaben (z.B. nur Projektmanagement oder Öffentlichkeitsarbeit), des Engagementfelds (z.B. auf den Bildungsbereich begrenzt) und des Raums (z.B. auf einen Stadtteil begrenzt). Dazu erhalten in Baden-Württemberg BürgerInnen eine eigens dafür konzipierte Fortbildung zum Bürgermentorat. Allerdings verschwimmen in der Praxis die Grenzen zwischen BürgermentorInnen und "normalen" Ehrenamtlichen.
Engagementförderung in Freiburg: dieses Faltblatt stellt 5 der 6 Freiburger Einrichtungen vor, die stadtweit Engagementförderung betreiben.


